Lumière

Das Politische ist persönlich. Tagebuch einer "Abtreibungsärztin"

Lesung mit Kristina Hänel

Was bewegt einen Menschen dazu, sich für andere einzusetzen? Warum stellt sich eine Ärztin dem deutschen Strafgesetzbuch (StGB) entgegen? Nach §219a StGB durften Ärzt*innen bis vor kurzem nicht darüber informieren, dass sie Schwangerschaftsabbrüche durchführen. Wenn sie diese Information auf ihre Webseite stellten, konnten sie verklagt werden. So geschehen bei Kristina Hänel, einer Allgemeinmedizinerin aus Gießen. Sie ist die erste Ärztin, deren Reaktion auf die Anzeige nach § 219a StGB nicht die Löschung der beklagten Information von der Homepage war. Im Gegenteil: Sie suchte die Öffentlichkeit. Seitdem streitet die Republik über § 219a StGB. Dieser zwingt Ärzt*innen zu struktureller Diskriminierung aufgrund der Gebärfähigkeit, denn es handelt sich um die einzige ärztliche Leistung, über die nicht umfassend informiert werden darf.
Kristina Hänel ist inzwischen Galionsfigur einer ganzen Bewegung, die sich für sexuelle Selbstbestimmung, Informationsfreiheit und das Recht von Frauen* am eigenen Körper einsetzt. Sie will das Tabu des Sprechverbots über Schwangerschaftsabbrüche brechen und dafür vors Bundesverfassungsgericht ziehen. Für ihr Engagement erhielt Kristina Hänel mehrere Preise.

Sonntag 22.9. um 19.00 Uhr
In Kooperation mit dem Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung Göttingen, dem Café Kollektiv Kabale und dem Frauenforum Göttingen